VAEB-Newsletter: Schwimmen können ist ein Muss!

Erschreckende Zahlen: Nur die Hälfte der unter 19-Jährigen in Österreich kann schwimmen

Eigentlich ist es die ideale Art der Bewegung: erfrischend, nicht beschwerlich, hervorragend für die Ausdauer und vor allem für den Stützapparat: Schwimmen ist – gerade an heißen Tagen – belebend. Ein idealer Sport für Alt und Jung, für Schlanke und Nicht-so-Schlanke, für aktive und eher gemütliche Menschen. Jeder schwimmt so, wie es ihm gerade gut tut. 

Wenn, ja wenn er oder sie es denn kann:
Eine brandaktuelle Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit deckt nämlich erschreckende Defizite bei den Schwimmkenntnissen der ÖsterreicherInnen auf.

Fast 700.000 Menschen oder – auf Prozente umgelegt – acht Prozent der Bevölkerung können gar nicht schwimmen, bei den unter 19-Jährigen verfügt nur die Hälfte über die Fähigkeit zu schwimmen.

40 Menschen ertrinken jährlich in Österreich, fünf von ihnen sind Kinder. 

Besonders bei der Einschätzung der Schwimmkenntnisse der eigenen Kinder kommt es zu fatalen Fehleinschätzungen. Rund fünf Prozent der Eltern mit Kindern unter fünf Jahren beurteilten die Schwimmkenntnisse ihres Nachwuchses als sicher oder sehr sicher. Tatsächlich können sich die Kinder ab einem Alter von vier Jahren zwar oft über Wasser halten, aber die motorischen Voraussetzungen zum richtigen Schwimmen werden großteils erst zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahr entwickelt. Ein einzelner Schwimmkurs ist meist nicht ausreichend, Experten empfehlen zwei oder drei.

Und selbst dann, wenn jemand gut schwimmen kann, kommt es darauf an, wo er schwimmt: Denn wer im Becken schwimmen gelernt hat, ist nicht unbedingt den rauen Umständen in einem See, in einer Gegenstromanlage oder im Meer gewachsen. Die oberste Regel bei Badeausflügen mit Kleinkindern lautet: Sie niemals aus den Augen lassen! Kleine Kinder schreien nicht, schlagen nicht um sich oder strampeln, wenn sie in Gefahr sind zu ertrinken. Selbst ganz seichtes Wasser reicht für einen lautlosen Tod, wenn das Kind mit dem Gesicht nach unten hineinkippt. Pools, Badeteiche und Biotope gehören daher immer gesichert. Muss ein Elternteil ins Haus, um etwas zu erledigen, so muss unbedingt eine zweite Person mit der Aufsicht der Kinder betraut werden. 

Wer Zeuge eines Schwimmunfalls wird, sollte unverzüglich und ohne Zögern handeln: Den Verunfallten aus dem Wasser bergen, wenn dies möglich ist (manche Opfer geraten so sehr in Panik, dass sie mit der Kraft der Verzweiflung auch ihre Retter in Lebensgefahr bringen) und sofort die Nummer der Rettung, 144, anrufen. Das Telefon auf Lautsprecher stellen und die Anweisungen der Experten in der Rettungszentrale befolgen.

Sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen und eine Herzdruckmassage mit gestreckten Ellbogen aus der Schulter heraus durchführen. Eine Hand auf die Mitte des Brustkorbs legen, die zweite darüber und schnell und kräftig drücken. Idealerweise hundert Mal in der Minute. 

Fürs Schwimmenlernen ist es übrigens nie zu spät: Fast alle öffentlichen Bäder in Österreich bieten regelmäßig Schwimmkurse an. Die Lehrer geben auch gerne Einzelstunden, falls man sich in einer Gruppe nicht wohl fühlt. Eine gute Investition ist dies auf jeden Fall, denn Schwimmen kann Ihr Leben und das anderer Menschen retten. Das sollten Sie nie außer Acht lassen.

Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Monika Mustak-Blagusz, Leitende Ärztin der VAEB
Text: Mag. Susanne Lintl-Sturz

Quelle: IStock.com