VAEB-Newsletter: Immer mehr, nicht weniger RaucherInnen in Österreich

Erschreckende Zahlen – fast 13.000 Menschen sterben pro Jahr durchs Rauchen

Die Zahlen sprechen für sich: Laut Berechnungen des Instituts für Höhere Studien fordert Rauchen in Österreich pro Jahr rund 12.840 Todesfälle. Das entspricht einem beziehungsweise einer Toten alle 41 Minuten. Etwa 230 dieser Todesfälle sind auf das Passivrauchen zurückzuführen.

RaucherInnen haben gegenüber NichtraucherInnen eine reduzierte Lebenserwartung von 7,5 (Männer) beziehungsweise 6,3 Jahren (Frauen).

Die medizinischen Kosten des Rauchens belaufen sich auf jährlich rund 630 Millionen Euro. Trotzdem raucht fast ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung Österreichs regelmäßig – ein Wert, der über dem EU-Durchschnitt von 21 Prozent liegt. Während in allen OECD-Ländern der Raucheranteil seit Jahren rückläufig ist, ist Österreich das einzige Land, in dem der Anteil an Rauchern stetig zunimmt. Eine erschreckende Bilanz, die förmlich nach Gegenmaßnahmen schreit. 880.000 ÖsterreicherInnen haben im Vorjahr mit massiver Unterstützung der Österreichischen Ärztekammer und der Krebshilfe das Nichtraucher-Volksbegehren Don’t Smoke unterschrieben, das eigentlich ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie festschreiben sollte. Dazu kam es leider nicht.

Dabei hätte ein Rauchverbot in Lokalen spürbar positive Folgen, wie auch die Erfahrungen anderer Staaten zeigen: Vor allem Jugendliche würden vom Rauchen abgehalten und fänden es nicht mehr schick, sich eine Zigarette anzuzünden. Die Krankheitsfälle gingen in allen Ländern mit verstärktem Nichtraucherschutz deutlich zurück. Denn ein Rauchstopp bewirkt im menschlichen Körper rasche Änderungen hin zum Positiven: Schon nach 20 Minuten sinken Blutdruck und Puls, nach 24 Stunden normalisieren sich der Kohlenmonoxid- und der Sauerstoffspiegel im Blut.

Nach spätestens drei Monaten ist der Kreislauf deutlich stabiler, Gehen und Bewegung werden leichter, die Lungenfunktion ist um rund 30 Prozent verbessert. Nach spätestens neun Monaten gehen auch Hustenanfälle und Kurzatmigkeit zurück. Nach einem Jahr ist das Herzinfarktrisiko halb so hoch wie das eines Rauchers. Fünf Jahre nach dem Rauchstopp ist das Krebsrisiko halbiert.

Die häufigsten Erkrankungen, die durch das Rauchen verursacht werden, sind:

  • Lungenkrebs: Rauchen ist weltweit für über zwei Drittel aller durch Lungenkrebs bedingten Todesfälle verantwortlich. 2018 starben in Europa etwa 430.000 Menschen an Lungenkrebs, mehr als eine halbe Million neuer Fälle wurden registriert
  • Chronische Atemwegserkrankungen wie chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Asthma: Rauchen ist die häufigste Ursache von COPD, einer Erkrankung, die sich in schmerzhaftem Husten und quälenden Atembeschwerden manifestiert. COPD verschärft auch Asthmaleiden und bedeutet für Betroffene einen massiven Verlust an Lebensqualität. Mittelfristige Perspektive ist die Abhängigkeit von einem Sauerstoffgerät.
  • Außerdem tragen Menschen – vor allem Kinder –, die Passivrauch ausgesetzt sind, ein höheres Risiko in Bezug auf häufige Infektionen der unteren Atemwege sowie auf Ausbruch und Verschlimmerung von Asthmabeschwerden, Lungenentzündung und Bronchitis.

Es zahlt sich also hinsichtlich einer höheren Lebensqualität beziehungsweise Lebenserwartung wirklich aus, dem Rauchen abzuschwören.

Die VAEB bietet Versicherten, die von der Nikotinsucht loskommen wollen, Raucherentwöhnungsprogramme in ihrem über viele Jahre bewährten Präventionszentrum, dem Josefhof, an.
Nähere Informationen erhalten Interessierte unter www.josefhof.at

Text: Mag. Susanne Lintl-Sturz

Quelle: Bilderbox