VAEB-Newsletter: Die unnötige Rückkehr der Masern

Ungeimpfte Menschen als Auslöser der hoch ansteckenden und gefährlichen Infektionskrankheit

Die Masern breiten sich wieder aus in Österreich: Nachdem ein 15-jähriger Teenager in der Steiermark unbewusst eine Masern-Erkrankungswelle ausgelöst hatte, wurden zuletzt auch Infektionen aus den Bundesländern Salzburg und Tirol gemeldet. Insgesamt sind von den Masern in Österreich damit schon mehr als 50 Menschen betroffen – mit allen bedenklichen Folgen.Denn Masern sind – wie die meisten Krankheiten, die im österreichischen Impfprogramm aufgelistet sind – eine schwere Infektionskrankheit, die zu Lungenentzündung, Bronchitis, Mittelohrentzündung oder Gehirnentzündung führen kann.

Außerdem kommt es nach einer Masernerkrankung zu einer mehrere Jahre andauernden Schwächung des Immunsystems führen kann.Masern sind hochansteckend, noch viel ansteckender als Grippe oder andere Viruserkrankungen.

Um sich anzustecken, reicht es schon, sich in einem Raum zu befinden, in dem sich kurz zuvor eine infizierte Person aufgehalten hat. Die ersten Symptome von Masern ähneln oft einem grippalen Infekt, ehe es zu einer sicheren Diagnose anhand des typischen Hautausschlags kommt. Potenziell können sich Masern also sehr schnell ausbreiten.

Masern gehen meist einher mit hohem Fieber. Es gibt keine wirksamen Medikamente dagegen, nur symptomlindernde Therapien. Masernviren sind sehr aggressiv und können verschiedene Körperorgane befallen. Häufig betroffen sind die Ohren mit möglichen Hörschäden als Folge oder auch Augenschäden. Schwerste Folgeerkrankung ist die Gehirnhautentzündung SSPE (Subakute Sklerosierende Panenzephalitis), die zu lebenslänglichen schweren Behinderungen führen kann oder tödlich verläuft.

Gefährdet sind vor allem auch Säuglinge, die noch zu klein zum Impfen sind oder immunsupprimierte Menschen, die schwere Medikamente einnehmen müssen und deren Immunsystem dadurch stark eingeschränkt ist. Es ist daher auch eine Verantwortung gegenüber diesen Menschen, den Herdenschutz der Gemeinschaft durch konsequentes Durchimpfen sicherzustellen. Das Wiederaufleben der Masern hat die Diskussion um eine Impfpflicht in Österreich erneut befeuert. Während sich die Ärztekammer klar dafür ausspricht, will die Bundesregierung die Wahlfreiheit beibehalten.

In Italien, das 2017 noch mit 5402 Masernfällen an der EU-Spitze lag, kann jedenfalls eine positive Bilanz der Impfpflicht ziehen: Innerhalb eines Jahres konnten die Masernfälle halbiert werden.

Aus medizinischer Sicht kann nur für das Impfen plädiert werden. Impfschutz ist nicht nur eine persönliche Sache jedes Einzelnen, sondern ein Anliegen im Sinne der Gemeinschaft und der Volksgesundheit.

Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Monika Mustak-Blagusz, Leitende Ärztin der VAEB
Text: Mag. Susanne Lintl-Sturz