VAEB-Newsletter: Wenn die Stimme wegbleibt

Erkältungskrankheiten sind oft Auslöser für Heiserkeit und Stimmprobleme
VAEB-Chefarzt MR Dr. Grabner nimmt Abschied

Zuerst rinnt die Nase und der Hals schmerzt, dann folgen meist Husten und Heiserkeit. Wer sich eine veritable Erkältung eingefangen hat, kennt diese Symptome nur zu gut. Die Betroffenen können dann nur mehr leise sprechen oder krächzen, sind stimmlich angeschlagen oder es verschlägt ihnen gleich ganz die Sprache.

Ursache für die verschwundene Stimme sind in den meisten Fällen Viren, die auch Husten und Schnupfen auslösen: Diese Viren schlagen sich auf den Stimmapparat. Kehlkopf oder Kehlkopfdeckel können sich im Zuge des Infekts entzünden. Als Folge schwellen die dort sitzenden Schleimhäute an, was die Stimmlippen behindert. Sie schwingen nicht mehr richtig und können nur entsprechend schlechte Töne erzeugen.

Ergebnis: Die Stimme klingt rau oder bricht ganz weg.

Ursache für Stimmprobleme kann natürlich auch Überanstrengung sein – wenn der Betroffene zu laut und zu viel redet, singt oder schreit. Auch staubige und trockene Luft beziehungsweise Rauchen und rauchige Luft können Auslöser für massive Heiserkeit sein. Schließlich kann sich beruflicher oder privater Stress derart negativ auswirken, dass plötzlich die Stimme weg bleibt oder heiser wird.

Was hilft bei Stimmproblemen? – Damit sich die Stimme wieder erholen kann, sind vor allem Flüssigkeitszufuhr und ein Feuchthalten der Raumluft angesagt. Schonen Sie Ihre Stimme, indem Sie so wenig wie möglich reden, nicht telefonieren und auch nicht flüstern. Flüstern strengt nämlich die Stimme zusätzlich an. Auch ständiges Räuspern belastet die Stimmlippen – diese prallen dabei mit Druck aufeinander. Besser ist es, den Schleim abzuhusten.

Gut für die Stimme ist alles, was auch bei einer Erkältung ratsam ist: Sich warm einpacken mit einem Schal oder Tuch, schonen und ausreichend schlafen. Viel Warmes trinken, am besten Kräutertees wie Salbei, Fenchel und Thymian. Auch Pastillen mit Mineralsalzen, die die Schleimhaut befeuchten helfen, sind gut für die Stimme, ebenso wie Gurgeln oder Inhalationen mit Salzlösungen. Die Wohnräume sollten gut gelüftet sein. Luftbefeuchter sind anzuraten – sie können dem Austrocknen der Schleimhäute entgegenwirken.

Auch Milch mit Honig ist neben den Kräutertees ein bekanntes Hausmittel gegen Heiserkeit. Wer keine Milch mag, kann auch nur einen Löffel Honig im Mund zergehen lassen und langsam schlucken. Etwas aufwändiger sind Topfenwickel oder Kartoffelwickel mit warmen, gekochten Kartoffeln, die um den Hals gelegt werden. Scharfe Erkältungsbonbons, z.B. mit Menthol oder Eukalyptus, sind bei Heiserkeit nicht zu empfehlen – sie sind zu scharf.

Meist heilt die Entzündung so nach etwa einer Woche von selbst ab. Wenn sich die Erkältungssymptome bessern, verschwindet im Normalfall auch die Heiserkeit und die Stimme kommt wieder. Sollte dies über mehrere Wochen nicht der Fall sein, so müssen Sie unbedingt einen HNO-Facharzt aufsuchen. Aus einer akuten Entzündung der Stimmlippen kann schnell eine chronische werden. Es können sich Knötchen an den Stimmlippen bilden, die die Stimmkraft nachhaltig einschränken. Auch eine chronische Kehlkopfentzündung ist nicht auszuschließen. Kehrt die Heiserkeit immer wieder zurück, so sollte man sich Gedanken über seine Sprechweise machen: Wer dauerhaft mit zu viel Druck spricht, strapaziert seine Stimmlippen übermäßig. In so einem Fall kann ein gezieltes Stimmtraining helfen.

Ein interessantes Phänomen ist die Heiserkeit im Alter: Als Folge des natürlichen Alterungsprozesses verliert die Stimmlippenmuskulatur im Lauf der Jahre an Elastizität. Die Stimme wird schwächer und das Sprechen ist mit größerer Anstrengung verbunden als früher.

Für den Inhalt verantwortlich: MR Dr. Peter Grabner
Text: Mag. Susanne Lintl-Sturz

Abschied – “Mit diesem Newsletter möchte ich mich von meinen treuen Leserinnen und Lesern verabschieden und mich für Ihr Interesse an unserem Newsletter bedanken. Mit 1. Jänner 2019 trete ich nach 36 Jahren in der VAEB meinen Ruhestand an. Die Newsletter zu aktuellen medizinischen Themen wird es natürlich weiter geben: Ich lege sie vertrauensvoll in die Hände meiner Nachfolgerin als neue Chefärztin der VAEB, Frau Dr. Monika Mustak-Blagusz.”
MR Dr. Peter Grabner, Chefarzt der VAEB bis 31.12.2018